Stille Nacht, Einsamkeit wacht

Einsamkeit an Weihnachten

Alle Jahre wieder stehen die Festtage vor der Tür, nur keine Familie oder Freunde mit denen man sie verbringen kann. Angehörige wohnen zu weit weg, verreisen mit ihren Familien in die Berge oder in den Süden. Weihnachten unter Palmen ist ja schliesslich der letzte Schrei. Auch unter Freunden fehlt oft die Nähe. Diese ist eine Voraussetzung um gemeinsame Festtage zu verbringen. Logischerweise wächst die Angst vor Einsamkeit. Während des Jahres ging dies noch gut zu ignorieren. Aufgrund der Kommerzialisierung des Weihnachtsfestes wird einem immer früher bewusst, dass man alleine sein wird.

Erste Vorboten dafür sind die Einkaufsläden, welche bereits Ende Oktober die Weihnachtsartikel auffahren. Dies wohlgemerkt gleich beim Eingang, damit man mit dem Einkaufswagen auf jeden Fall rundherum kurven muss. Aber auch die Tage werden kürzer und das Wetter schlägt jedermann auf das Gemüht. Die nasse, kalte Jahreszeit ist auch ein Vorbote in Richtung Weihnachten. Die Glitzerbeleuchtungen beginnen in den Städten und Dörfern zu erstrahlen und die Nachbarn schmücken die Aussenfassade des Hauses mit LED Lampen. Mit freunden trifft man sich auf dem Weihnachtsmarkt Einsamkeit Weihnachtzu einem Glühwein und der Stress im Geschäft nimmt laufend zu. Wie jedes Jahr scheinen die Unternehmen zum 31.12. jeweils unterzugehen. Umsatz liefern, Kosten senken und Kundenweihnachtsgeschenke ausliefern.

Life Coaching ist ein Saisonales Geschäft. So erstaunt es nicht, dass in der Winterzeit, speziell vor Weihnachten meine Hilfe am dringendsten benötigt wird. Einsamkeit macht sich breit und der Stress am Arbeitsplatz nimmt zu. Die Frage die sich meine Klienten immer wieder stellen: Wie einsam bin ich wirklich? Wenn alle besinnliche Abende und rauschende Feste planen macht sich die eigene Einsamkeit breit. Die Aussicht auf die TV Klassiker Kaiserin Sissi oder Kevin allein zu Hause hilft dem eigenen Gemüt auch nicht gerade weiter. Gemäss Statistik feiern 19% der Singles in der Schweiz alleine.

Die innere Leere nagt an einem, vor allem wenn man sich über die Festtage nur der Sehnsucht nach Liebe und Nähe hingeben kann. Weihnachten ist ja bekanntlich das Fest der Liebe und Familie. Doch was wenn diese zu weit weg ist und ich noch keine eigene habe? Die Ursachen dafür sind vielfältig. Bindungsängste, Angst vor Enttäuschung, Schüchternheit und Liebeskummer. Aber auch weil ich vor lauter Arbeit kurz vor dem Burnout stehe und mich darum vor lauter Lustlosigkeit lieber auf dem Sofa wälze. Somit sieht der Weihnachtsplan wie folgt aus. Sofa, Decke über den Kopf und mit einer (oder zwei) Flaschen Wein durch die Feiertage vegetieren.

Aus Einsamkeit Zweisamkeit machen

Aber soll ich die Weihnachten wirklich so verbringen? Nein das muss nicht sein. Es gibt genügend Menschen da draussen, welche ebenfalls einsam sind. Weshalb nicht aus Einsamkeit Zweisamkeit machen? Selbstverständlich soll nicht die eigene Verzweiflung dazu führen, die Festtage notgedrungen mit anderen unbekannten Menschen zu verbringen. Es gibt heute genügend Angebote: Single Reisen über Weihnachten oder Facebook Gruppen für freie „Weihnachtsplätze“ Es ist aber heute (zum Glück) auch so, dass das Unterhaltungsangebot an Weihnachten immer grösser wird. Bar’s und Clubs die auf haben. Darin finden sich gleichgesinnte Menschen, welche nicht mit der Familie um den Baum sitzen und sich über selbstgestrickte Socken freuen müssen.

Das Weihnachtsfest lässt sich aber auch gut dazu nutzen sich neu zu sortieren. Die persönliche Situation zu überdenken und bewusste Massnahmen einzuleiten. Wie wär’s beispielsweise die Foto’s und Geschenke vom Ex auszusortieren? Ich rate meinen Klienten jeweils: Mache genau das wozu du Lust hast aber gib der Einsamkeit keine Chance!

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